Palliative Care Linth

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Mythos und Realität der Palliative Care

Bezüglich Palliative Care gibt es immer wieder Missverständnisse, die vier häufigsten werden hier geklärt.

Mythos 1:

In der Palliative Care werden nur sterbende Patienten betreut.

Realität:

Palliative Care setzt immer dann ein, wenn ein palliatives Behandlungskonzept zur Anwendung kommt – das heisst, wenn eine lebenslimitierende Krankheit diagnostiziert wird. Dies kann Monate oder Jahre vor dem Tod sein.

 

Mythos 2:

In der Palliative Care werden nur onkologische Patienten betreut.

Realität:

Die onkologischen Erkrankungen sind in der Schweiz die zweithäufigste Todesursache (Bundesamt für Statistik, 2010).

Da Krebspatienten im letzten Lebensabschnitt oft Symptome haben, welche die Lebensqualität beeinträchtigen können, werden in der Palliative Care entsprechend viele Patienten mit onkologischen Erkrankungen betreut. Das Betreuungskonzept ist aber für alle unheilbaren Erkrankungen mit progierendem Verlauf wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Demenz, chronische obstruktive Lungenerkrankungen oder Organversagen (Herz, Niere) gedacht.

 

Mythos 3:

In der Palliative Care werden nur alte Menschen betreut.

Realität:

Palliative Care ist ein Konzept für alle Altersgruppen. Es gibt auch Teams, die auf pädiatrische Palliative Care spezialisiert sind, zum Beispiel am Kompetenzzentrum Pädiatrische Palliative Care am Universitäts-Kinderspital Zürich.

 

 

Mythos 4:

In der Palliative Care besteht die Begleitung der Patienten darin, dass man für sie da ist und wartet, bis sie sterben.

Realität:

Die professionelle Begleitung der Betroffenen und ihrer Familien steht im Zentrum des Konzepts. Im gemeinsamen Gespräche wird eruiert, welche die Lebensqualität belastenden Symptome vorhanden sind und welche diesbezüglichen Ziele der Patient und die Familie haben. Es kann sich dabei um psychische, physische, soziale oder spirituelle Symptome handeln. Diese werden aktiv und gezielt therapiert; es können auch palliative Operationen, medikamentöse Therapien oder Radiotherapien durchgeführt werden. Fachpersonen der Palliative Care benötigen ein breites Fachwissen über die Symptomkontrollen.

Literaturnachweis:Porchet-Munro S/, Stolba V./ Waldmann, E. 2005
Den letzten Mantel mache ich selbst. Über Möglichkeiten und Grenzen von Palliative Care

Knipping Cornelia, 2007, Lehrbuch Palliative Care, Huber Verlag, Bern

Sara Pöhler-Häusermann,
aus der Fachzeitschrift Onkologiepflege CH/ 01/2013